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Bilder für die Ewigkeit

Fotografin Milena Schlösser verrät, wie sie die schönsten Momente einer Hochzeit einfängt. Mit viel Zeit, Vertrauen, Einfühlung – und Speicherplatz

Wie fängt man die schönsten Momente einer Hochzeit ein? Milena Schlösser muss so was wissen. Seit vielen Jahren setzt die Fotografin Hochzeitspaare ­visuell in Szene. „Man kann das leider nicht planen”, sagt die Berlinerin, „es muss passieren. Das braucht Zeit, Einfühlungsvermögen und gegenseitiges Vertrauen zwischen Brautpaar und Fotografin.”
Anspruch der 38-Jährigen ist es, „das Tolle, das Unerwartete einzufangen, die Atmosphäre, die Emotionen des Tages. Damit sich das Paar später, wenn es die Hochzeit anhand der Bilder Revue passieren lässt, an die bewegenden  Momente erinnern kann.” Anders gesagt: Ihre Bilder erzählen weit mehr, als sie zeigen. Zusammen genommen, egal, ob digital auf einer DVD oder in einem von Milena Schlösser nach den Wünschen des Paares individuell gestalteten Buch verewigt, stellen sie eine Art emotionales Gedächtnis dar.

Für die Brautpaarfotos sollte man sich Zeit nehmen

Die Fotos kommen ganz ohne Weichzeichner aus. Dafür arbeitet sie mit Unschärfen, zoomt gerne auf Details – auf einen Ring oder den Stift, mit dem die Urkunde unterschrieben wird –, denn die ergeben vereint mit allen anderen Aufnahmen ein viel umfassenderes Bild als viele Gesamtaufnahmen. Ja, die Fotografin rückt dem Paar ein bisschen auf die Pelle. Vorher spricht sie mit den Brautleuten. Vor allem darüber, dass auch an einem so vollgestopften Tag mit vielen Terminen, Gesten, Reden, Traditionen etc. eine Stunde fürs Brautpaarfotografieren eingeplant werden sollte. „Was, so lange!”, beschweren sich dann zunächst die meisten, wie Milena Schlösser erzählt. „Doch danach finden alle, dass die Zeit wie im Fluge verging.”

Schöne Momente festhalten kostet eben Zeit. Eine Beziehung zur Kamera aufbauen auch. „In dieser Situation bin ich Animateurin – einerseits. Denn andererseits muss sich das Paar mit sich selbst beschäftigen, das ergibt ganz intime Augenblicke.”
Und so entstehen Fotos wie diese hier von Jacqueline (im Hochzeitskleid) und Ines aus Potsdam, die Milena Schlösser beauftragt haben – und mit dem Ergebnis höchst zufrieden waren. Übrigens: Im Schnitt übergibt die Fotografin je nach Absprache und Aufwand den Brautpaaren zwischen 400 und 1.000 Fotos. Geschossen werden rund doppelt so viele. Nicht alle sind also für die Ewigkeit gemacht (das digitale Arbeiten macht das möglich),  aber die schönsten.   

Andreas Hergeth

www.milenaschloesser.de