Rund um den guten Anzug
Es gibt kein anderes männliches Kleidungsstück, das so facettenreich ist wie der Anzug und das immer wieder die Brücke zwischen Tradition und Moderne schlägt. Die Anfänge des Anzugs machte der klassische Dreiteiler. Früher gab es kein anderes angemessenes Kleidungsstück für den Mann. Man unterschied nur zwischen Straßen-, Geschäfts- oder dem Sakkoanzug für den Abend. Zum Dreiteiler wurde stets die Fliege getragen. Aus der sogenannten Krawattenschleife (Fliege) hat sich dann die Krawatte entwickelt. Heute trägt man je nach Lust Krawatte, Fliege oder Stecktuch.
Seit dem Zweiten Weltkrieg kam eine legerere Anzugvariante, nämlich die des Zweiteilers, in Mode. Je nach dem vorherrschenden Trend variierte die Form. In den 1980er-Jahren zum Beispiel mit breiteren Schultern und tief geknöpft. Auch Accessoires wie die Krawatte variierten von superdünn wie in den 1950er-Jahren – oder Anfang 2000 mit der Slim-Mode von Hedi Slimane bei Dior Homme – bis extrabreit Mitte der 1960er- bis Mitte der 1970er-Jahre.
Heute gibt es eine riesige Vielfalt – nicht alles ist kombinierbar
Da wir heute einen Pluralismus von Trends haben, sind der individuellen Ausdruckslust keine Grenzen mehr gesetzt. Einziger Fixpunkt in dieser modischen Gleichung: Ein Anzug muss dem Träger Würde verleihen, er darf ihn nicht lächerlich machen. Die Grenze ist fließend und wird gern einmal von allzu eifrigen Designern und modewütigen Individualisten überschritten. Für Accessoires gilt das Gleiche. Denn sonst wird der schickste Anzug schnell zum Clownskostüm. Eine Krawatte zum Beispiel sollte nur mit klassischen Mustern bedruckt oder unifarben sein.
Annemarie Gassen
Fotos: www.cove.de, © Penthouse/Chris Rügge
Perfekt für den Alltag
Der Anzug ist nicht nur etwas für feierliche Anlässe. Einige Tipps in Sachen Passform und Moden von den Fachmännern von Cove & Co.
Schulter
Nicht zu breit, nicht zu schmal! Die Sakkoschulter sollte körpernah geschnitten sein. Das Sakko sollte so aufliegen, dass sich weder die Oberarme seitlich am Ärmel abmalen noch die Ärmelnaht über die Schulter hinausragt.
Ärmellänge
Ein sehr umstrittenes Maß. Die meisten Sakkoärmel in Deutschland sind zu lang. Als Faustformel empfiehlt sich, dass ein Zentimeter vom Hemdärmel sichtbar bleibt.
Bundweite
Die Hosenbundweite sollte so gewählt sein, dass sich in der Vorderhose keine Querfalten bilden. Sofern Bundfalten vorhanden sind, dürfen diese nur leicht aufstehen. Beim Sitzen geben sie mehr Bequemlichkeit.
Sakkolänge
Ist Moden unterworfen. Derzeit ist es hochmodisch, ein kurzes Sakko zu tragen.
Schrittlänge
Die Hose soll den Schuh „küssen“, nicht be-decken. Deutsche Männer bevorzugen häufig eine etwas längere Variante, die bis zum Schubabsatz reicht.
Mit freundlicher Unterstützung von Cove & Co
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